Testamentspende

Haustiere im Testament absichern

Der Tierschutzverein Barsinghausen informiert über ein sensibles Thema

Wie kann ich dafür sorgen, dass mein geliebtes Haustier auch nach meinem Tod gut versorgt ist?“ oder „Ich möchte den Tierschutzverein mit meinem Nachlass unterstützen – wie mache ich das?“

Diese und ähnliche Fragen erreichen uns immer häufiger.

Der Tierschutzverein Barsinghausen möchte zu diesem sensiblen Thema hilfreiche Informationen geben und um Unterstützung der aktiven Tierschutzarbeit vor Ort bitten.

Es gibt gute Gründe, sich frühzeitig mit dem Gedanken an das eigene Testament auseinanderzusetzen. Zum einen können Sie mit Ihrem letzten Willen die Zukunft aktiv mitgestalten, zum anderen vermeidet ein Testament Missverständnisse und Streitigkeiten, die sicher nicht im Interesse des Verstorbenen liegen.

Fehlt ein Testament, geht Ihr gesamtes Vermögen auf die gesetzlichen Erben über. Das können auch ganz entfernte Verwandte sein, die Sie vielleicht gar nicht mehr persönlich kennen. Gibt es keine gesetzlichen Erben, erhält der Staat den gesamten Nachlass.

Tiere haben kein Erbrecht
Wenn Sie keine Regelung über den Verbleib Ihres Haustieres nach dem Tode treffen, sieht es einem ungewissen Schicksal entgegen. Die Erben sind nicht verpflichtet, das Tier zu behalten und liebevoll zu pflegen. Welche Möglichkeiten haben Sie, diese ungewollten Folgen zu vermeiden? Grundsätzlich können Sie frei bestimmen, wer was erben soll. Kinder, Ehegatten und Eltern haben allerdings einen sogenannten Pflichtteilanspruch auf einen Teil Ihres Vermögens. Sie können eine oder mehrere Personen als Erben einsetzen, Sie können auch Organisationen, also zum Beispiel den Tierschutzverein Barsinghausen, als Erben einsetzen. Sie können zudem bestimmte Auflagen oder Vermächtnisse in Ihrem Testament festlegen.

1. Möglichkeit: Das handschriftliche Testament
Die einfachste Form ist das eigenhändige handschriftliche Testament. Dieses muss von ihnen komplett handschriftlich verfasst sein, Datum, Adresse und ihren vollen Zu- und Nachnamen tragen. Keinesfalls dürfen Sie es mit dem Computer oder der Schreibmaschine schreiben und dann eigenhändig unterzeichnen. Ein solches Testament wäre ungültig. Es ist auch nicht zulässig, das Testament von jemandem anderen schreiben zu lassen, da dieser eine schönere oder lesbarere Handschrift hat und dann nur zu unterschreiben. Mit der Auflage, das handschriftliche Testament selber zu verfassen will der Gesetzgeber Missbrauch verhindern. Ihr handschriftliches Testament können Sie überall verwahren. Sie können das Testament einem Menschen Ihres Vertrauens übergeben, der dann verpflichtet ist, das Testament nach Ihrem Ableben dem Nachlassgericht zu übergeben. Oder Sie geben das Testament dem Nachlassgericht in Verwahrung, das wäre die sicherste Lösung.

2. Möglichkeit: Das notarielle Testament
Neben dem handschriftlichen Testament gibt es die Möglichkeit, sein Testament von einem Notar anfertigen zu lassen. Wer sich für diese Variante entscheidet, ist immer auf der sicheren Seite. Der Notar ist verpflichtet, sich von der Testierfähigkeit des Testamentsgebers zu überzeugen, er wird bei der Formulierung des Gewollten behilflich sein, damit die Auslegung klar ist. Er wird auch über die Tragweite bestimmter Bestimmungen informieren und nicht zuletzt sicherstellen, dass das Testament formell richtig ist. Und es gibt noch einen entscheidenden Vorteil: Bei einem notariellen Testament müssen die Erben keinen kostenpflichtigen Erbschein beantragen, die Umsetzung des „letzten Willens“ erfolgt in der Regel schneller und reibungsloser. Natürlich wird der Notar diese Leistung nicht kostenlos erbringen. Sein Honorar richtet sich nach dem Nachlasswert.

 

3 Beispiele für ein formal richtiges, handschriftliches Testament:

Beispiel 1:
Sie sind alleinstehend, haben keine Ihnen nahestehenden Verwandten mehr und möchten, dass Ihr Vermögen bedürftigen Tieren zukommt:

Mein Testament
Hiermit bestimme ich, Max Muster, geboren am 01.01.1930, wohnhaft in Barsinghausen, Musterstr. 1, zu meinem Alleinerben den Tierschutzverein Barsinghausen und Umgebung e. V.
Dazu gehören abschließend noch der Ort, das aktuelle Datum und die eigenhändige Unterschrift.


Beispiel 2:
Sie wollen, dass Ihr Geld den Tieren zugutekommt, wollen aber auch Nachbarn oder Freunde bedenken.

In solchen Fällen bietet es sich an, ein Vermächtnis in Ihr Testament aufzunehmen:

Mein Testament:
Hiermit bestimme ich, Max Muster, geboren am 01.01.1930, wohnhaft in Barsinghausen, Musterstr. 1, zu meinem Alleinerben den Tierschutzverein Barsinghausen und Umgebung e.V. Er hat folgende Vermächtnisse zu erfüllen: Mein guter Freund Karl Müller soll meine Münzsammlung und mein Auto erhalten. Meine treue Haushälterin Ida Meyer soll 5.000 € in bar erhalten.
Auch hier sollte abschließend der Ort, das aktuelle Datum und die eigenhändige Unterschrift das Testament abschließen.

Beispiel 3:
Sie haben einen Erben, möchten aber, dass Ihr Haustier vom Tierschutzverein übernommen und gut versorgt wird:

Mein Testament:
Hiermit bestimme ich, Max Muster, geboren am 01.01.1930, wohnhaft in Barsinghausen, Musterstr. 1, meinen Sohn Mäxchen Muster zu meinem Alleinerben. Er hat folgendes Vermächtnis zu erfüllen: Der Tierschutzverein Barsinghausen und Umgebung e.V. erhält 5.000 € in bar. Dafür muss der Verein meinen lieben Hund Rex übernehmen, gut für ihn sorgen oder ihn in gute Hände vermitteln.
Abschließend wieder wie schon beschrieben Ort, Datum und eigenhändige Unterschrift.

Die genannten Beispiele sind natürlich auch für Ehegatten möglich. Häufig wird das so geregelt, dass nach dem Tod eines Ehepartners zunächst der Partner erbt und erst nach dessen Tod der Tierschutzverein oder eine Dritte Person (sogenanntes Berliner Testament). Achten Sie darauf, dass Ihr Testament nach Ihrem Tod in die richtigen Hände kommt. Sie können das Testament zum Beispiel bei uns, einer Person Ihres Vertrauens oder beim Amtsgericht verwahren lassen. Selbstverständlich können Sie Ihr Testament trotzdem jederzeit ändern.

Schenkungen
Sie können natürlich dem Tierschutzverein Barsinghausen oder anderen Personen auch schon zu Lebzeiten etwas schenken. Dann haben Sie den Vorteil, selbst zu bestimmen und auch noch zu erleben, was aus Ihrer Schenkung wird. Großprojekte, wie zum Beispiel der Neubau eines Katzenhauses oder eines Hundehauses, können nur auf diese Weise realisiert werden. Wenn Sie es wünschen, kann das Projekt Ihren Namen erhalten und Sie bleiben damit noch lange über Ihren Tod hinaus in Erinnerung. 

Thema Steuern
Steuerrechtlich werden Schenkungen und Erbfälle gleich behandelt. Je nach Verwandtschaftsgrad und Höhe der Erbschaft beträgt die Steuer zwischen 7 und 50 Prozent Ihres Vermögens.

Und jetzt die gute Nachricht. Der Tierschutzverein ist als gemeinnützige Organisation anerkannt und braucht darum keine Steuern zu bezahlen. Ihre Schenkung oder Erbschaft kommt uns ungekürzt zugute.

Sie haben Ihr Beispiel nicht gefunden und möchten bei der Umsetzung Ihrer Vorstellungen persönlich beraten werden? Dann rufen Sie uns an, wir helfen Ihnen gerne. Sie möchten sich über unsere Arbeit informieren? Sie finden unser Tierheim in der Ludwig-Jahn-Straße 11a in der Nähe der Freilichtbühne.